Toxikologie

(c) Philipps-Universität Marburg
(c) Philipps-Universität Marburg
Die Bewertung der toxischen Potentiale von Nanomaterialien stellt einen wesentlichen Aspekt der Risikobewertung dar. Die Forschungsanstrengungen hierzu wurden in den letzten fünf Jahren auf nationaler und internationaler Ebene deutlich verstärkt. Einige Forschungsprojekte haben bereits erste Ergebnisse zusammengestellt. Auf den folgenden Seiten finden sich Verlinkungen zu den relevanten Akteuren und Projekten.

BMBF: NanoCare-Plattform 2009

Die Nanocare-Plattform des Bundesministeriums für Bildung und Forschung dient der Sammlung und Bereitstellung von Wissen über Nanotechnologien. Die aktuellen Kenntnisse werden in aufbereiteter Form auf einer übersichtlichen Plattform wiedergegeben. Die Texte sind allgemein verständlich geschrieben und bieten für interessierte Laien die Möglichkeit, Fragen an die Experten von NanoCare zu stellen. In der Wissensbasis für Nanomaterialien finden sich bisher Angaben zu:
  • Bariumsulfat
  • Böhmit
  • Cerdioxid
  • Industrieruß (Carbon Black)
  • Strontiumcarbonat
  • Titandioxid
  • Zinkoxid
  • Zirkoniumdioxid

Weitere Seiten befassen sich mit der Standardisierung der Forschungsmethodik 

Link zur Übersichtsseite von NanoCare

Am 16. Juni 2009 fand in Berlin die Abschlusskonferenz statt.  Schwerpunkte des Projekts waren: Charakterisierung von Nanopartikeln und -materialien, Durchführung toxikologischer Studien und Studien zur Exposition. Dabei wurden jeweils verschiedene Testverfahren und Messmethoden verglichen sowie Grundfragen der Standardisierung bearbeitet.

Auf der Homepage findet man den Abschlussbericht "Health related Aspects of Nanomaterials - Final Scientific Report" in englischer Sprache.

Das Projekt wird unter dem Namen DaNa (Erfassung, Bewertung und breitenwirksame Darstellung von gesellschaftlich relevanten Daten und Erkenntnissen zu Nanomaterialien) weitergeführt.

Link zum Abschlussbericht von NanoCare (.pdf, 18,9 MB)

Link zu den Pressemitteilungen von NanoCare

Nanomaterialien: Toxikologie/Ökotoxikologie, Bericht der LUBW

Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) hat einen Bericht mit dem Titel Nanomaterialien: Toxikologie/Ökotoxikologie veröffentlicht, der den derzeitigen Sachstand zu bekannten Wirkungen von Nanomaterialien auf den Menschen und die Natur beschreibt und in sehr übersichtlicher und verständlicher Weise zusammenfasst.

Der Bericht umfasst 40 Seiten und richtet sich an die Öffentlichkeit, an Unternehmen und Überwachungsbehörden, um über die derzeitigen gesundheitlichen und umweltrelevanten Erkenntnisse bei der Exposition mit Nanomaterialien zu informieren.

Link zum Bericht Nanomaterialien: Toxikologie/Ökotoxikologie

EMPA 2006

Die schweizerische EMPA führte eine Versuchsserie zur Bestimmung der Toxizität von Nanomaterialien durch. Die Versuche, die sieben gebräuchliche Nanomaterialien beinhalteten, kamen zu dem Ergebnis, dass Nanopartikel verschiedene toxische Potentiale besitzen.  Diese sind jedoch nicht eindeutig bestimmbar, sondern vielmehr kommt es auf die Einbindung (Einzelpartikel oder Agglomerate) und Verwendung der Nanopartikel an. 

Untersuchte Materialien: Siliziumdioxid, Titanium, Zinkoxid, Ceroxid, Zirconiumoxid, Eisenoxid und Kohlenstoffröhrchen. 

Link zur Pressemitteilung (Englisch) (.pdf, 368 KB)

Auf den Seiten der EMPA sind umfangreiche Inhalte zum Thema Nanotechnologien aufbereitet.

Link zur EMPA

EU-geförderte Projekte, die unter Anderem die Toxizität von Nanomaterialien untersuchen

Untersuchungsgegenstand verschiedener EU-Forschungsprojekte ist die Toxizität von Nanomaterialien.  Sie finden unten stehend die direkten Links zu den Übersichtsseiten der Forschungsprojekte:

DIPNA

NanoInteract

NanoImpactNet

NANOMMUNE

Impart NanoTox-Cluster

NanoSafe

NANOSH

Massachusetts Institute of Technology 2008

Der Artikel fasst aktuelle Studien zur Toxizität von Nanomaterialien zusammen. In fallweisen Beispielen wird ein Überblick über die momentan zu erforschenden Fragen gegeben. Dazu gehören:

  • Toxizität für Zellen in-vitro
  • Reduktion von Toxizität durch Verkapselung
  • mögliche größere Toxizität von Nanomaterialien gegenüber größerskaligen Materialien
  • Mobilität von Nanopartikeln im Körper
  • mögliches Eindringen ins Gehirn durch Geruchsnerven
  • mögliche Verursachung von Entzündungen durch Nanopartikel
  • mögliches Eindringen von Nanopartikeln in die Haut im Laborversuch
Als generelle Empfehlungen zum Umgang, werden Maßnahmen zur Expositionsminimierung und die genaue Bestimmung der toxischen Potentiale der verwendeten Materialien angegeben.

Titel: Potential risks of nanomaterials and how to safely handle materials of uncertain toxicity 

Link zur Studie

OECD 2008: Charakterisierung und Risikobewertung von 14 Nanomaterialien

Die WPMN (Working Party on Manufactured Nanomaterials) der OECD startete 2008 ein Projekt, das die genaue Beschreibung und Risikobewertung von 14 der gängigsten Nanomaterialien zum Ziel hat.

Neben kurzfristigen Studien werden im Rahmen des Programmes auch Mittel-/Langzeitstudien durchgeführt, welche die Toxizität der Nanomaterialien ermitteln sollen.

Ein aktueller Bericht von  2009 ("Guidance Manual for the Testing of Manufactured Nanomaterials: OECD Sponsorship Programme") gibt Anleitung zur Erstellung von Dossiers, Anwendung von Testprotokollen und -Methoden für die OECD Arbeitsgruppe zu künstlich hergestellten Nanomaterialien (WGMN). Der Leitfaden dient der Qualitätssicherung und Vereinheitlichung der Methoden in den internationalen Arbeitsgruppen.

Link zum Bericht "Guidance Manual for the Testing of Manufactured Nanomaterials: OECD Sponsorship Programme" (.pdf, 468 K)

Link zum Dokument (.pdf, 187 KB)

Link zur Nanotechnologie-Sicherheitsseite der OECD

OECD 2009: Zur Sicherheit von künstlich hergestellten Nanomaterialien

Neue Berichte der OECD zeigen die Fortschritte der Forschungsarbeiten zur Sicherheit von künstlich hergestellten Nanomaterialien im Jahr 2009. Darunter befindet sich eine erste Bewertung der Test-Leitlinien für Nanomaterialien, ein Leitfaden für die Anwendung von Tests, ein Bericht zur Expositionsbewertung und -Reduktion, das zukünftige Arbeitsprogramm 2009-2012 sowie verschiedene Arbeits- und Workshopdokumente.
In dem Bericht "Preliminary Review of OECD Test Guidines for their Applicability to Manufactured Nanomaterials" werden 22 OECD Testverfahren zu den physikalisch-chemischen Eigenschaften, 24 Testverfahren zur Umwelttoxikologie sowie die Tests zur Abbaubarkeit, Akkumulation und zu Gesundheitseffekten kritisch auf ihre Anwendbarkeit geprüft. Es werden verschiedene Anpassungen empfohlen, teilweise gelten die Verfahren als ungeeignet für Nanomaterialien. Wichtig sei außerdem eine einheitliche Vorgehensweise bei der Vorbereitung der Proben sowie der Dosisierung.

Link zum Bericht (.pdf, 491 K)

Link zur Nano-Übersichtsseite der OECD

Weiterführende Links

EURO-NanoTox

EURO-NanoTox ist die Plattform des Europäischen Zentrums für Nano-Toxikologie. Hauptaugenmerk ist die Enwicklung und Implementierung von Toxizitäts-Tests für Nanomaterialien.

Link zur Seite

Weiterführende Links

CORDIS: Nanotechnology

CORDIS ist das offizielle Informationsportal für Forschung und Entwicklung (FuE) aus Europa und für die Nutzung europäischer FuE-Ergebnisse. Unter dem Stichwort "Safety Aspects" sind Projekte zu Risikofragen der Nanotechnologien für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt gelistet.

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