Exposition/ Expositionspfade

(c) Technische Universität Darmstadt, Dr. Rikowski
(c) Technische Universität Darmstadt, Dr. Rikowski
Bei der Bewertung von Risiken steht neben der Toxizität von Materialien die Frage im Mittelpunkt, ob eine Exposition von Mensch und Umwelt möglich ist. Neben der Bestimmung der Menge an Nanopartikeln ist auch die genaue Betrachtung des Weges vonnöten, über den die Partikel in den Körper gelangen können. Die folgenden Seiten listen Forschungsprojekte hierzu auf und verlinken zu wichtigen Akteuren.

IOM Edinburgh

Die Studie des Edinburgher Institute of Occupational Medicine (IOM) identifiziert vier Hauptgruppen von Produktionsprozessen (Gasform, Dampf, kolloidal und durch Verschleiß), bei denen Partikel aus Produktionsprozessen über die Lunge, über die Haut und oral bzw. über den Verdauungstrakt aufgenommen werden könnten. Der Abstract der Studie gibt einen sehr guten Überblick über die Ergebnisse.

Link zur Studie "Aitken 2004: Nanoparticles: An occupational hygiene review" (.pdf, 760 KB)

Link zur Nanotechnologieseite des IOM Edinburgh

NanoCare (DaNA)

(c) Umicore AG & Co. KG
(c) Umicore AG & Co. KG

Für die Risikobewertung ist entscheidend, ob Nanomaterialien, von denen möglicherweise negative Gesundheitseffekte ausgehen könnten, überhaupt vom Körper aufgenommen werden. Auf der Projektseite von NanoCare wird mit anschaulichen Funktionsgrafiken auf die verschiedenen Wege hingewiesen, wie Nanomaterialien in den Körper gelangen können und es wird weiterhin auf ihre unterschiedliche Bedeutung bei der Risikobewertung von Nanomaterialien hingewiesen.

Das Projekt NanoCare wird unter dem Namen DaNa (Erfassung, Bewertung und breitenwirksame Darstellung von gesellschaftlich relevanten Daten und Erkenntnissen zu Nanomaterialien) unter www.nanopartikel.info weitergeführt.

1. Einatmen durch die Lunge (Inhalativer Pfad)

2. Aufnahme durch die Haut (Dermaler Pfad)

3. Aufnahme über den Verdauungstrakt (Oraler Pfad)

Zusätzlich stellt sich noch die Frage der sog. Zellgängigkeit von Nanopartikeln.

Link zur Expositionsseite von DaNa

NanoDerm: Haut als Barriere

Das EU-Projekt NanoDerm beschäftigt sich mit der Analyse von Haut als Barriere für Nanopartikel. Ziel ist die Entwicklung neuer Methoden (hochauflösende Ionenmikroskopie, Radiotracer) bei Querschnittsuntersuchungen der Haut, um die Fähigkeiten der Haut zu untersuchen, als Barriere gegen Nanomaterialien zu dienen. Getestet wurden Titandioxid und Zinkoxid in Nanoform, die beide in Kosmetikprodukten vorkommen. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die gesunde Haut eine gute Barriere gegenüber Nanomaterialien darstellt und diese nicht über die Haut in den Körper vordringen.

NanoDerm wurde unter Führung der Universität Leipzig von 15 Forschungspartnern EU-weit durchgeführt.

Link zur Übersichtsseite von NanoDerm

NANOSAFE 1 (Titel der Veröffentlichung: "Industrial application of nanomaterials - chances and risks")

NANOSAFE 1 ist ein bereits abgeschlossenes Forschungsprojekt mit dem Ziel der Sammlung von Informationen aus öffentlichen und privaten Quellen über Chancen und Risiken der industriellen Produktion von Nanopartikeln, um eine Beurteilung der Risiken am Arbeitsplatz, für Konsumenten und die Umwelt zu entwickeln.
Desweiteren stand die Erarbeitung von Empfehlungen zur rechtlichen Regulierung und  "codes of good practice" im Fokus des Projekts.

Es wurden Informationen aus wissenschaftlicher Literatur, Projektstudien von Partnerorganisationen, Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutzorganisationen zusammengefasst, ebenso wie die nationale und europäische Gesetzgebung.

Konkret wurden folgende Themenbereiche untersucht:
  • Klassifikation und Eigenschaften
  • Industrielle Anwendungen und Marktpotentiale
  • Produktionsmethoden
  • Charakterisierungs- und Erkennungstechniken
  • Risk Assessment
  • Risk Management

NANOSAFE 2

Dieses Projekt ist eine Fortsetzung der ersten NanoSafe-Studie. Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Instrumenten zur Risikobewertung und zum Risikomanagement, um eine  sichere industrielle Produktion von Nanopartikeln zu gewährleisten. Hervorzuheben ist dabei, dass angesichts der großen Vielfalt an Partikeln nur eine begrenzte Zahl von Fällen behandelt wird, die repräsentativ für die wichtigsten Charakteristika von Partikeln, Produktionsprozessen und angeschlossene Risiken stehen.

Es werden zwei Risikotypen bearbeitet:
  1. Explosionen bei Herstellungsprozessen
  2. Gesundheitsfragen beim Menschen durch Exposition mit Nanopartikeln
Des Weiteren werden vier technische Subprojekte durchgeführt:
  1. Messung von Nanopartikeln in Bezug auf Exposition, Abschätzung und Kontrolle
  2. Toxikologie, Bestimmung von Dosis-Wirkungs-Zusammenhängen und Identifizierung von Gefahrenpotentialen
  3. "Sicherere Produktionstechnologien", behandelt ökonomische Faktoren
  4. "Soziale Aspekte und Regulation" zur Gewinnung von Daten auf rechtlichem und gesellschaftlichem Gebiet
Link zur Website des Projekts

OECD-Bericht zur Exposition

Ein aktueller Bericht der OECD ("Report of an OECD Workshop on Exposure Assessment and Exposure Mitigation: Manufactured Nanomaterials"), der mit Unterstützung der deutschen BAuA und des VCI erstellt wurde, stellt verschiedene Maßnahmen zur Messung, Bewertung und Reduzierung der Exposition mit Nanomaterialien vor.

Link zum Bericht (.pdf, 4,41 MB)

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