Nationale Umfragen 

(c) Hessen-Nanotech
(c) Hessen-Nanotech

Deutschland zeigt sich auf dem Feld der Bürgerbefragungen zum Thema Nanotechnologien gut aufgestellt. Neben diversen Bürgerbefragungen im "kleinen" Rahmen wurden bereits zwei repräsentative Umfragen im 4-Jahres-Rhythmus und eine qualitative Studie durchgeführt.  Diese beleuchten die Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger und geben Hinweise darauf, was Verbraucher wissen wollen.  

Verbraucherbefragung des BfR 2008 "Wahrnehmung der Nanotechnologie in der Bevölkerung"

In der 2008 durchgeführten quantitativen Umfrage (1000 Befragte) können  ca. 50% der Bürgerinnen und Bürger den Begriff "Nanotechnologien" erläutern und kennen hierzu einige Beispiele. Die anderen 50% können nichts oder zumindest nichts Konkretes dazu benennen.  66% der Befragten sehen überwiegend Chancen im Hinblick auf Nanotechnologien. Die Bewertung hängt dabei stark vom Anwendungsbereich ab: der Einsatz in Nahrungsmitteln erfährt generell eine deutliche Ablehnung, Oberflächenbeschichtungen werden eher als unkritisch betrachtet.  Die Nanotechnologien werden von der Mehrheit der Befragten als Chance für den Wirtschaftsstandort wahrgenommen. Nur 10% sehen hierbei eine geringe Bedeutung. Die Befragung wurde von Vierboom & Härlen sowie der Universität Bonn durchgeführt.

Link zur Pressemitteilung des BfR

Link zur Studie (.pdf, 2,5 MB)

Studie der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. 2008 (vzbv) "Nanotechnologien: Was Verbraucher wissen wollen"

Die Universität Stuttgart führte 2008 einhundert qualitative Interviews mit Verbraucherinnen und Verbrauchern durch. Überraschendes Ergebnis: Obwohl 62% ihren eigenen Wissensstand als niedrig einstufen, kennen die Befragten im Durchschnitt bereits sieben bis acht Anwendungen. Medizin, Oberflächen­beschichtungen, Lebensmittel und der Automobilbereich sind die Spitzenreiter im Bekanntheitsgrad. 64% der Verbraucher bewerten Nanotechnologie-Produkte insgesamt positiv und über 70% würden Nano-Produkte ausprobieren. Skepsis zeigt sich vor allem bei Lebensmitteln und bei militärischen Anwendungen. Trotz der positiven Einstellung nennen 87% der Befragen von sich aus verschiedene Risikothemen. Sie erwarten von Verbaucherverbänden, Umweltorganisationen, Wissenschaft, Behörden und Industrie ein ausgewogenes Informationsangebot zu den Chancen und Risiken, das sowohl Überblickswissen wie auch Vertiefungswissen in verständlicher Form zur Verfügung stellt. Die Studie gibt Hinweise, wie ein solches Informationsangebot gestaltet werden sollte. 

Link zum Literaturverzeichnis

Link zur Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. 

Link zur Studie (.pdf, 363 KB)

Wochenbericht des DIW 45/2007:

"Nanotechnologie in der Bevölkerung noch wenig bekannt"

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlichte im Wochenbericht 45/2007 eine Bürgerbefragung zum Thema Nanotechnologien, basierend auf Daten, die im Sozioökonomischen Panel (SOEP) erhoben wurden. Diese bestätigen bisherige Erkenntnisse: Knapp die Hälfte der Befragten hat bereits von Nanotechnologie gehört, ein Sechstel kann konkrete Produkte benennen. Der Großteil der Befragten (41%) sieht Wissenschaft und Technik weder als Problemlöser noch als Verursacher weiterer Probleme. Männer zeigen sich dabei positiver gegenüber Technik als Frauen (50% Zustimmung gegenüber 16%). Insgesamt scheint die Kenntnis von Nanotechnologien nach dieser Studie in der Bevölkerung noch recht gering zu sein, nur 36% können vage oder exakte Definitionen geben. Der Artikel schließt mit der Feststellung, dass die Informationslage durch gesellschaftliche Dialoge verbessert werden muss.

Link zur Pressemitteilung des DIW

Link zur Studie (.pdf, 321 KB)

Experten-Delphi im Auftrag des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), 2007

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin hat 2006 das Zentrum für Interdisziplinäre Risikoforschung und Nachhaltige Technikentwicklung (ZIRN) der Universität Stuttgart mit der Durchführung eines Delphi-Verfahrens zu Nanotechnologien beauftragt. 100 Expertinnen und Experten verschiedener Stakeholder-Gruppen wurden gebeten, potenzielle Risiken von nanotechnologischen Anwendungen in den Bereichen Lebensmittel, kosmetische Erzeugnisse, Oberflächenbeschichtungen und Textilien zu identifizieren und zu bewerten.

Neben der Beurteilung der Wachstumsprognosen für Nanotechnologien und den Bewertungen von Toxizität und Exposition gaben die Expertinnen und Experten Bewertungen von verbrauchernahen Anwendungsbeispielen ab und äußerten sich zu Fragen der Regulierung. Aufgrund der Ergebnisse des Experten-Delphis wurde eine Einzelfallprüfung von Nanomaterialien dringend empfohlen. Hierzu wurden 18 Prüfkriterien zur Einzelprüfung der Materialien ausgearbeitet.

Die Experten-Befragung gab klare Handlungsempfehlungen für eine gut koordinierte Risikoforschung und eine Intensivierung der Dialoge ab.

Link zum Umid-Bericht (.pdf, 898 KB)

Verbraucherstudie komm.passion 2004

Die im Jahr 2004 durchgeführte Verbraucherstudie der komm.passion GmbH zeigt Folgendes auf: 48% der Befragten war der Begriff "Nanotechnologie" damals noch unbekannt. 30% hatten zwar schon einmal den Begriff gehört, konnten aber keine weiteren Angaben machen. 15% verfügten über Detailwissen. Die Wahrnehmung der Befragten war mehrheitlich eher positiv (56 %). Allerdings trauten 50% den Unternehmen nicht zu, verantwortlich mit Nanomaterialien umzugehen und 64% forderten mehr staatliche Kontrollen.  

Link zur Ergebnisübersicht der Studie (.pdf, 463 KB)

Wahrnehmung der Nanotechnologien in der Bauwirtschaft: Eine Umfrage des Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V. (RKW)

Im Rahmen der Hightech-Initiative der Bundesregierung hat das RKW Kompetenzzentrum im Jahr 2008 eine Umfrage zum Thema wirtschaftliche und technologische Potentiale der Nanotechnologien und deren Technologietransfer in der Praxis durchgeführt.

Folgende Zielstellungen standen hierbei im Mittelpunkt:

  • Untersuchung der Wahrnehmung der Baubranche zu Nanotechnologien
  • Sensibilisierung der Zielgruppe für das Thema Nanotechnologien
  • Erfassung von Interessenten zu Nanotechnologien

Es stellte sich heraus, dass von 60 Befragten aus der Baubranche 65 % den Begriff sowie die Anwendungsmöglichkeiten von Nanotechnologien kennen.

Link zur Umfrage des RKW (.pdf, 42,5 KB)

Link zur Nanotechnikseite des RKW

Weiterführende Links

Risikowahrnehmung der Nanotechnologien

Eine experimentelle Studie zur Bewertung von Nanotechnologien wurde vom Forschungszentrum Jülich vorgelegt. Peter Wiedemann und Holger Schütz untersuchten 2005, inwiefern die Nutzenerwartung und das Umfeld, in dem wir leben, die Wahrnehmung beeinflussen.

Titel der Studie: Risikowahrnehmung der Nanotechnologie: Eine experimentelle Studie

Link zur Studie (.pdf, 157 KB)

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