Einzelfallbetrachtung von Nanotechnologie-Anwendungen

(c) Science2Public
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In den letzten Jahren wurden einige Studien publiziert, die auf Risikopotentiale von Nanomaterialien eingehen. Die Effekte hängen stark von den spezifischen Eigenschaften der einzelnen Materialien und der Art ihres Einsatzes ab. Somit ist nicht allein die Größe von Nanopartikeln ausschlaggebend. Vielmehr müssen Einzelfallbetrachtungen vorgenommen werden, die ein ganzes Bündel von Faktoren berücksichtigen. Verschiedene Akteure und Konzepte der Riskobewertung werden an dieser Stelle vorgestellt.

EFSA: The Potential Risks Arising from Nanoscience and Nanotechnologies on Food and Feed Safety

Im Auftrag der Europäischen Kommission nimmt die EFSA (European Food Safety Authority) Stellung zu potentiellen Risiken der Nanotechnologien in Nahrungsmitteln. Dies bezieht sich auf die künstlich hergestellten Nanomaterialien. Da es wenige Informationen über die Toxizität der Nanomaterialien gibt, die in den Nahrungsmitteln enthalten sind,  müssen diese im Einzelfall betrachet und bewertet werden.

Link zur Überblicksseite (Englische Sprache)

Experten-Delphi im Auftrag des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), 2007

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin hat 2006 das Zentrum für Interdisziplinäre Risikoforschung und Nachhaltige Technikentwicklung (ZIRN) der Universität Stuttgart mit der Durchführung eines Delphi-Verfahrens zu Nanotechnologien beauftragt. 100 Expertinnen und Experten verschiedener Stakeholder-Gruppen wurden gebeten, potenzielle Risiken von nanotechnologischen Anwendungen in den Bereichen Lebensmittel, kosmetische Erzeugnisse, Oberflächenbeschichtungen und Textilien zu identifizieren und zu bewerten.
Neben der Beurteilung der Wachstumsprognosen für Nanotechnologien und den Bewertungen von Toxizität und Exposition diskutierten die Expertinnen und Experten die Einschätzung von verbrauchernahen Anwendungsbeispielen sowie die grundsätzliche Thematik der Regulierung von Nanotechnologien. Darüber hinaus identifizierten die Teilnehmer die methodischen Probleme der Klassifizierung von Nanomaterialien und empfahlen eine Einzelfallprüfung. Hierzu wurden 18 Prüfkriterien ausgearbeitet.

Link zur Zusammenfassung der Universität Stuttgart

Link zur Zusammenfassung des Umwelt-Medizinischen-Informationsdienstes des UBA, 1/2007 (.pdf, 897.85 KB)

SCENIHR

Bereits im Jahr 2006 hat SCENIHR festgestellt, dass Nanomaterialien unterschiedliche toxische und ökotoxische Eigenschaften haben können, wie beispielsweise größere Anwendungsformen der selben Substanz. Deshalb müssten Risiken anhand einer Einzelfallbetrachtung abgeschätzt werden. Einige, bereits seit längerem eingesetzte Nanomaterialien (z.B. Carbon Black, Titandioxid), zeigten kaum toxisches Potential. Die Formel „Je kleiner, desto reaktiver bzw. toxischer“ kann den veröffentlichten Daten zufolge nicht gestützt werden. Da bisher kein allgemein anwendbares Paradigma zur Gefahrenabschätzung von Nanomaterialien existiert, wird von SCENIHR nach wie vor eine Einzelfallprüfung empfohlen.

Link zum Dokument "Risk Assessment of Products of Nanotechnologies" (.pdf, 571 KB)

VCI - Verband der chemischen Industrie

Im Dokument "Guidance for a Tiered Gathering of Hazard Information for the Risk Assessment of Nanomaterials" stellt der VCI die Notwendigkeit der Einzelfallbetrachtung für Nanomaterialien heraus. Abhängig von den jeweiligen physikalisch-chemischen Eigenschaften der Nanomaterialien soll eine  wissenschaftlich fundierte Entscheidung getroffen werden, ob für die Risikobewertung Daten für die Nanomaterialien generiert werden müssen oder ob diese aus dem so genannten "bulk material" (Gebinde in Lieferform) extrapoliert werden können.

Link zum Dokument des VCI (.pdf, 84 KB)

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